Es gibt Orte, die kein Mensch freiwillig betritt. Die weiße Hölle hinter der Kühlschranktür zum Beispiel. Ein Ort, an dem die Zeit gefroren ist, Rahmspinat von Ostern neben mysteriösen Alufolienpaketen ruht und die Schubladen unter zentimeterdickem Eis verschwunden sind.
In dieser Folge der Hörspiel-Comedy Unerzählbar taut Maren ihr Gefrierfach ab. Mit einem Reiseföhn von Rossmann (sieben neunundneunzig, im Angebot), einem Pfannenwender, einem Flaschenöffner und gelben Gummihandschuhen. Für den Erzähler ist das natürlich kein Haushaltsvorgang, sondern eine Polarexpedition epischen Ausmaßes. Mit Gletscherabbrüchen, tückischem Moorwasser, einer Bestie der Tundra (Dieter, sechs Kilo, leckt an einem gefrorenen Fischstäbchen) und der großen Frage: Was verbirgt sich im beschriftungslosen Alufolien-Relikt?
Was als Comedy über den absurdesten aller Alltagskämpfe beginnt, wird leise und warm, als Maren ganz hinten im Fach etwas findet, das sie vor fünf Jahren eingefroren hat. Nicht weil es noch essbar wäre. Sondern weil manche Dinge schwer wegzuwerfen sind, auch wenn man sie nicht mehr braucht.
Eine Folge über Gefrierbrand und Erinnerungen, über Fischstäbchenwürde und Tiefkühl-Tetris, über das Loslassen und darüber, dass man manchmal nur den Stecker ziehen muss, damit das Eis schmilzt.