Manche Tage beginnen mit einem sterbenden Bücherregal. Einem aus Spanplatte, Baujahr 2019, neununddreißig Euro, Dänisches Bettenlager. Und einem Kater auf dem obersten Fach, der findet, dass Physik eine Angelegenheit für andere ist.
Maren braucht ein neues Regal. Der Erzähler hofft auf Eiche vom Tischler, auf Handwerk mit Geschichte. Maren sagt: IKEA. Und so betritt ein Mann mit sieben Semestern Germanistik zum ersten Mal in seinem Leben ein schwedisches Möbelhaus. In dieser Hörspiel-Comedy aus Oldenburg wird dieser Tag für beide unvergesslich.
Was folgt, ist eine Expedition durch blau-gelbe Welten: Showrooms mit Familienfotos von Menschen, die es nicht gibt. Bücher, die an Regale geklebt sind. Leere Seiten. Toiletten ohne Anschluss. Ein Bällebad namens Småland, das entweder Erleuchtung oder Wahnsinn ist. Gelbe Pfeile auf dem Boden, denen der Erzähler sich aus Prinzip verweigert, nur um dreimal vor den Spülbecken zu landen. Und dann, in der Bettenabteilung, ein Name. Ein schwedischer Produktname, der alles verändert. GUTVIK. Mehr wird nicht verraten.
Danach wird gebaut. Mit Bildanleitung, lächelnden Strichmännchen, siebzehn verschiedenen Schrauben und einem Kater, der eine davon unters Sofa schiebt. Das Ergebnis: ein BILLY-Regal mit einem Neigungswinkel von drei Grad nach links und einem neuen König auf dem obersten Fach. Kostenlos anhören und miterleben, wie ein Erzähler an IKEA scheitert, aber am Hot Dog für eins fünfzig fast Frieden findet.