Es gibt Zugfahrten, die verändern alles. Und es gibt Zugfahrten zwischen Oldenburg und Hannover, auf denen ein Erzähler mit sieben Semestern Germanistik nach acht Minuten feststellt, dass Niedersachsen so flach ist, dass man sehen kann, wer übermorgen zu Besuch kommt.
In dieser Folge der Hörspiel-Comedy Unerzählbar packt Maren ihren Kater Dieter in eine Transportbox (er sieht aus wie ein politischer Gefangener, der auf den Anwalt wartet), steigt in den Zug und fährt zu ihrer Schwester. Der Erzähler fährt mit. Und ihm wird schnell langweilig. Sehr schnell. Lesen kann er nicht, weil ihm schlecht wird. Kein Handy. Schlafen ist unter seiner Würde. Was bleibt? Ein Vorschlag von Maren, der alles verändert: Ab jetzt wird nur noch in Reimen gesprochen.
Was als harmloses Spiel beginnt, wird zum erbitterten Reimduell quer durch Niedersachsen. Der Erzähler zitiert Metrik und Versmaße. Maren reimt einfach los und trifft besser. Kühe werden zu Musen, Hannover reimt sich auf Pullover (es reimt sich nicht auf Pullover), und ein stiller Mann aus Verden mit seiner Zeitung wird zum Gegenstand eines improvisierten Gedichts, das plötzlich gar nicht mehr lustig ist. Sondern schön.
Zwischen gescheiterten Neologismen, erfundenen Reim-Lizenzen und einem Kater, dem alles egal ist, passiert etwas, das keiner geplant hat. Ein gemeinsamer Vers. Kostenlos anhören und mitreimen. Am besten laut im Zug.