Manche Sonntage beginnen mit dem Vorsatz, etwas Sinnvolles zu tun. Und manche Sonntage beginnen auf einem Sofa in Oldenburg, mit einem Kater auf dem Bauch und einem leuchtenden Rechteck in der Hand. Seit drei Stunden. Dreihundertsiebenundvierzig Daumenbewegungen. Der Erzähler hat gezählt.
In dieser Folge der Hörspiel-Comedy Unerzählbar betritt ein Mann mit sieben Semestern Germanistik zum ersten Mal die digitale Welt. Und die digitale Welt ist nicht vorbereitet. WhatsApp ist Kommunikation ohne Anrede. Emojis sind Gefühle ohne Worte. Ein gelber Daumen ersetzt zweihundertfünfzigtausend Wörter der deutschen Sprache. Und die Aubergine steht nicht für Gemüse.
Maren zeigt ihm alles: Gruppenchats, in denen acht Menschen gleichzeitig reden und niemand zuhört. Instagram, wo ihre Carbonara dreiundfünfzig Herzen bekommt und Dieter der Kater hundertsieben. TikTok, wo ein Mann fünfzehn Sekunden tanzt und vier Millionen zuschauen. Und die Autokorrektur, die Goethe in Gurke verwandelt.
Der Erzähler ist entsetzt. Dann fasziniert. Dann süchtig. Und irgendwo zwischen oddly satisfying Videos und blauen Haken passiert etwas, das in keine Zeichenbegrenzung passt. Ein Sonntagabend in Oldenburg, an dem ein leuchtendes Rechteck und ein analoger Erzähler lernen, dass sie eigentlich dasselbe wollen. Jetzt kostenlos anhören.