Freitagabend in Oldenburg. Die Woche ist vorbei, der Regen trommelt gegen die Fenster, und Maren Vogt hat sich auf dem Sofa eingerichtet wie jemand, der vor Montag nicht vorhat, es wieder zu verlassen. Popcorn steht bereit. Dieter liegt auf der Armlehne. Und in Marens Hand liegt ein kleines schwarzes Gerät mit siebenundvierzig Knöpfen.
Der Erzähler hat noch nie ferngesehen. Noch nie. Kein Kino, kein Streaming, keine Ahnung, was Netflix ist. Und als der schwarze Kasten an der Wand plötzlich zu leuchten beginnt, ist nichts mehr wie vorher. Was folgt, ist eine Reise durch die gesamte moderne Unterhaltungskultur an einem einzigen Abend. Filmbeschreibungen, die klingen wie Horoskope. Ein Trailer, der das Ende verrät. Ein Krimi, den der Erzähler in zehn Minuten löst. True Crime zur Entspannung. Und eine Dating-Show, die einen Mann mit sieben Semestern Germanistik dazu bringt, den Fernseher anzuschreien, weil die Frau mit den Locken die Rose verdient hätte.
In dieser Folge der Hörspiel-Comedy Unerzählbar trifft literarischer Anspruch auf Streaming-Algorithmen, Hecken-Forensik auf Reality TV und narrative Distanz auf siebenundneunzig Prozent Übereinstimmung. Kostenlos anhören und herausfinden, ob der Bruder es wirklich war.