Manche Samstage beginnen harmlos. Kaffee, Sonnenschein, ein Kater auf dem Fensterbrett. Und dann sagt Maren einen Satz, der alles verändert: Natascha heiratet. Und ich soll die Rede halten.
Was folgt, ist das größte kreative Unterfangen seit der IKEA-Einkaufsliste. Ein Erzähler mit sieben Semestern Germanistik wittert seine Chance. Endlich wird seine Kunst GEBRAUCHT. Endlich darf er zur Feder greifen und etwas Unvergessliches erschaffen. Das Problem: Maren hat Regeln. Maximal fünf Minuten. Kein Shakespeare. Kein Goethe. Kein Rilke. Und es muss von Herzen kommen. Echt echt, nicht literarisch echt.
Was dann passiert, kann man nicht planen. Ein Postbote empfiehlt Rilke. Eine Nachbarin bringt die Hochzeitsrede von 1987 vorbei, inklusive Gartenmetapher und Dünger-Vergleich. Ein Klempner, der eigentlich nur eine Dichtung wechseln will, sagt in zehn Sekunden mehr über Reden als der Erzähler in acht Entwürfen. Und Dieter, sieben Kilo graugetigerter Lektor, frisst die Hälfte der Karteikarten.
Irgendwo zwischen Entwurf 1 und 27, zwischen Ozean-Metaphern und einem Steuerberater, der einen Verlobungsring aus dem Meer fischt, entsteht in dieser Hörspiel-Comedy etwas, das niemand geplant hat. Eine Rede, die stimmt. Ein Lied, das nicht klingen muss. Und ein Moment, der fast wie Freundschaft klingt. Jetzt kostenlos anhören.